Was ist die „zweite Rheinbrücke“?

Beschreibung : Was ist die 2. Rheinbrücke inkl. B36 Anbindung

 

Eine zweite Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth wird schon lange diskutiert. Sie soll auf Höhe des Wörther Hafens den Rhein überqueren, ca. 1,5 Km weiter nördlich des Standortes der jetzigen Rheinbrücke. Die Gründe für den Bau einer zweiten Rheinbrücke liegen auf der Hand: Die Verkehrszunahme zwischen den Wirtschaftszentren Karlsruhe und Wörth sowie der notwendige Sanierungsbedarf der bestehenden Schrägseilbrücke von 1966, der eine längerfristige Brückensperrung erfordert.

 

 

 

Was würde beim Ausfall der bestehenden Rheinbrücke passieren?

Verkehrschaos. Stau, Umwege und Stress – das wären zuerst einmal nur die direkten Folgen. Das Karlsruher Ingenieurbüro für Verkehrswesen – Koehler & Leutwein hat in einer Simulation ausgerechnet, welche erheblichen Konsequenzen es auf die lokale Geschäftswelt sowie auf den Verkehr hätte, wenn die jetzige Rheinbrücke wegfallen würde.

Ein Beispiel: Momentan braucht man in den Stau-Stunden durchschnittlich 20 Minuten von Kandel nach Karlsruhe-Mühlburg. Bei einer Sperrung beziehungsweise einer Ausweichroute verlängert sich die Fahrtzeit um ganze 1,5 Stunden – Stau aufgrund von Unfällen mitberechnet.

Besonders belastet bei einem Worst-Case-Szenario wären nicht nur die Rheinübergänge selbst – auch und besonders auf der A5, der französischen Autobahn sowie auf der B3 und B36 käme es zu einem erhöhten Stauaufkommen. Auch auf die Theodor-Heuss-Allee sowie Haid-und-Neu-Straße in Karlsruhe käme eine Verdopplung des Verkehrs zu. Neben den Autofahrern wäre auch der öffentliche Personennahverkehr negativ betroffen. Summa Summarum: Eine Sperrung der Karlsruher Rheinbrücke hätte massive Auswirkungen auf alle Bürger in der Region.

Die Folgen wären z.B. Umsatzeinbußen im Einzelhandel, Probleme im Warenverkehr, verspätete Dienstleistungen, Behinderung der Notfallversorgung,......

 

 

Warum braucht die Region eine zweite Rheinbrücke?

Derzeit ist die bestehende Rheinbrücke mit ca. 80.000 Kfz/Tag belastet. Die Kapazitätsgrenze des Brückenbauwerkes sowie der Zulaufstrecken ist erreicht und oftmals überschritten. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Verkehrsentwicklung sowie der strukturellen Entwicklungen in Karlsruhe und der Südpfalz wird für 2025 mit einer Erhöhung des Verkehrsaufkommens auf ca. 98.500 Kfz/Tag gerechnet.

Wir haben im Rahmen unserer Kampagne für eine zweite Rheinbrücke mit Anbindung an die B36 viele Gespräche in der Region geführt – mit Betroffenen, die bereits unter der Situation leiden. Ihre Argumente haben wir in diesen fünf wichtigsten Gründen für eine zweite Rheinbrücke zusammengefasst: 

Sichere Arbeitsplätze

Tausende Beschäftigte überqueren die Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth Tag für Tag. Wenn die bestehende  Brücke ausfällt, bedeutet das ein Verkehrschaos für die ganze Region. Damit würden Aufträge und somit Jobs gefährdet.

Mehr Lebensqualität

Karlsruhe steht mit übermäßigen Stauwerten ganz oben in der Liste der deutschen Stau-Ballungsräume. Dies bedeutet für tausende Bürger erhebliche Zeitverluste. Eine zweite Rheinbrücke würde die Verkehrslage deutlich verbessern – und damit die Lebensqualität optimieren.

Beispielhafte Zukunftsregion

Die Wirtschaftsleistung der TechnologieRegion Karlsruhe liegt seit Jahren über dem Bundesdurchschnitt. In Verbindung mit zahlreichen weiteren positiven Standortfaktoren verschafft ihr das einen Vorzeige-Charakter. Beste Mobilität sollte in einer solchen Zukunftsregion einfach selbstverständlich sein. Die zügige Erneuerung der Infrastruktur ist ein Muss, wenn die Technologieregion Karlsruhe im weltweiten Innovationswettbewerb ihre Top-Position behalten möchte.

Weniger Umweltbelastung

Weniger Stau bedeutet weniger Abgase. Ein Ausfall der bestehenden Brücke verursacht  erheblich längere Fahrstrecken und damit deutlich mehr Umweltbelastung .

Wettbewerbsfähige Unternehmen

Wir gehören zu den führenden Unternehmen in unseren Branchen und bringen einen hohen Nutzen für die gesamte Region, z.B. als Arbeitgeber, Auftraggeber und Steuerzahler. Wir können und wollen nicht wortlos zusehen, wie unsere Wettbewerbsfähigkeit durch Versäumnisse bei der Infrastruktur gefährdet wird.

Was würde die zweite Rheinbrücke kosten und wer bezahlt sie?

Die Straßenbaumaßnahme B 10, 2. Rheinbrücke Karlsruhe–Wörth ist ein Projekt des Bundes*, der alleiniger Kostenträger ist. Eine Kostenbeteiligung Dritter ist nicht vorgesehen. Letzte Kostenschätzungen gehen von ca. 120 Mio. € aus. Im Detail sieht der Kostenplan wie folgt aus: Für die Verbindung von der B9 über den Rhein bis zur Südtangente sind 107 Mio. € veranschlagt, eine allgemeine Kostensteigerung würde zu ca. 120 Mio. € führen. Für die Querverbindung bis zur B36, Nordumfahrung Knielingen, übernimmt der Bund die Kosten von 71 Mio. €, inkl. Lärmschutz, Ausgleichmaßnahmen, etc. Für die Sanierung der alten Brücke ist mit weiteren zusätzlichen 10 Mio. € zu rechnen.

Welche Einwände gegen die zweite Rheinbrücke gibt es vom Bundesrechnungshof?

2015 bezweifelte der Bundesrechnungshof, dass das Bundesverkehrsministerium die zweite Rheinbrücke bauen darf. Der Grund: Angeblich sind nur fünf Prozent der Autos, die die neue Brücke nutzen würden, tatsächlich dem Fernverkehr zuzuordnen. Das Bauprojekt wäre damit keine Aufgabe des Bundes. Damit wäre die Finanzierung völlig ungeklärt, das Projekt auf lange Zeit unrealisierbar.

Wir weisen darauf hin, dass der Bundesrechnungshof das Projekt ohne die Anbindung an die B36 bewertet hat. Insofern sieht sich die Initiative #PR02 in ihrer Forderung nach Anbindung der 2. Rheinbrücke bestätigt. Zudem wird nicht auf das Ausfallrisiko durch Verschleiß oder mögliche Beschädigungen eingegangen.

 

 

Warum ist die „Ersatzbrücke“ keine tragfähige Lösung?

Die Gegner einer zweiten Rheinbrücke haben ein Bündnis für die Idee einer sog. „Ersatzbrücke“ ins Leben gerufen. Die Ersatzbrücke soll an gleicher Stelle über den Rhein führen – ein verbesserter Ersatz für die heutige Straßenbrücke, die während des Baus der Ersatzbrücke abgerissen wird. Sie soll im Gegensatz zur bisherigen Brücke über drei Fahrstreifen je Richtung plus Standspur, plus Rad- und Fußweg verfügen und so das Stau-Problem lösen. Viele bezeichnen diese Idee nur als eine „Scheinlösung“. Denn eine Ersatzbrücke würde keinerlei Entlastung für den Ost-West-Verkehr bringen, keinerlei Entlastung für das heute überlastete Wörther Kreuz und kann deshalb das Verkehrsproblem nicht vollständig lösen, jedenfalls nicht ohne eine zweite Brücke.

Das entscheidende Argument gegen diesen Lösungsvorschlag ist aber die völlig ungeklärte Finanzierung. Der Bund lehnt eine Finanzierung einer Ersatzbrücke als Lösung für eine zweite Rheinbrücke ab, weil sie zu keiner Verbesserung der Verkehrssituation führt, sondern den „status quo“ festschreibt.

Die zweite Rheinbrücke ist das seit Jahrzehnten vielleicht umstrittenste Bauprojekt in der Region Karlsruhe. Lange wurde auch über die Anbindung der zukünftigen Brücke in die Karlsruher Infrastruktur diskutiert. Ende 2015 forderte der Bund eine direkte Anbindung an die B36 – eine sinnvolle und richtige Entscheidung, die in diesem Jahr in die Planung der Brücke einfließen soll.

Bisherige Anbindungspläne waren unter anderem:

  • die Verknüpfung der Brücke mit einer Lkw-Maut auf der Südtangente (eine Variante, die in Bezug auf die Gesamtbelastungen in Kfz kein aussagekräftiges Ergebnis anbieten konnte – eine Verkehrsuntersuchung im Auftrag der Stadt Karlsruhe zeigte, dass in diesem Fall die Südtangente statt von Lkw dann von mehr Pkw befahren wird, die die freigewordene Kapazität nutzen würden).
  • die Verknüpfung der Brücke mit der Nordtangente (eine Variante, die sich in diversen Verkehrsuntersuchungen, unter anderem in dieser Verkehrsuntersuchung der Stadt Karlsruhe als vielversprechend in Bezug auf die Gesamtbelastung des Verkehrs etablieren konnte). Die Nordtangente würde den Verkehr insgesamt deutlich entlasten, deshalb sollte die momentan geplante Anbindung der Brücke an die B36 ausdrücklich nicht als Vorentscheidung für den Bau einer Nordtangente betrachtet werden. Für eine Nordtangente gibt es aber aus umweltpolitischen Gründen keine politsche Mehrheit. Die Initiative #PR02 verzichtet deshalb ausdrücklich auf die Forderung für den Bau einer Nordtangente und hält die Anbindung an die B 36 für einen vernünftigen Kompromiss.

Wie sieht der momentane Stand der Planung einer zweiten Rheinbrücke aus?

Im Dezember 2015 hat das Bundesverkehrsministerium Baden-Württemberg mitgeteilt, dass alle Unterlagen für das laufende Planfeststellungsverfahren zum Bau einer zweiten Rheinbrücke vorliegen. Da das  Bundesverkehrsministerium jetzt eine direkte Anbindung an die B36 fordert, wird sich das Planfeststellungsverfahren noch verzögern. Das Ministerium hat die Forderung des Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages vom Oktober 2015 aufgenommen, eine Verknüpfung zur Weiterführung der B293 bis zur B36 sowie den Durchstich zur B36 planerisch voranzutreiben. Das Bundesverkehrsministerium verlangt vom Land Baden-Württemberg, den Knotenpunkt Dea-Scholven-Straße/Esso-Straße unter Berücksichtigung einer direkten Führung der B293 von der Rheinbrücke zur B36 umzuplanen und dies in das laufende Planfeststellungsverfahren einzuarbeiten. Durch die gewünschte Planungsänderung wird nach derzeitigem Kenntnisstand des Ministeriums ein Zeitverzug von mindestens einem Jahr entstehen.

Wie sieht der zukünftige Zeitplan für den Bau einer zweiten Rheinbrücke aus?

Noch existiert kein detaillierter Zeitplan für den Bau der zweiten Rheinbrücke. Da das Bundesverkehrsministerium jetzt eine direkte Anbindung an die B36 fordert, wird sich das Planfeststellungsverfahren noch verzögern, vermutlich um mindestens ein Jahr. Die baden-württembergische Straßenbauverwaltung versucht derzeit, die Planungen so zügig wie möglich voranzutreiben, um den Verzug so gering wie möglich zu halten.

Was ist die Initiative #PRO2 für eine zweite Rheinbrücke und wie kann ich sie unterstützen?

Die Initiative für eine zweite Rheinbrücke Karlsruhe-Wörth #PRO2 ist eine Initiative von Industrieunternehmen. Sie wurde im November 2015 von vier betroffenen Unternehmen gegründet – Siemens AG, Daimler AG, MiRO und Stora Enso. Die Unternehmen beschäftigen zusammen ca. 20.000 Arbeitnehmer in der Region, die direkt sowie indirekt vom “Einbrücken-Problem” betroffen sind. Die Initiative #PRO2 sorgt sich um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und befürchtet langfristig einen Attraktivitätsverlust der TechnologieRegion Karlsruhe durch das Fehlen einer adäquaten Infrastruktur.

Ziel ist, den Planungsprozess für eine zweite Rheinbrücke mit Anbindung an die B36 voranzutreiben und Betroffene zu mobilisieren, sich gemeinsam dafür einzusetzen. Unsere konkrete Forderung: keine weitere Verzögerung!

#PRO2 steht offen für alle Befürworter und wirbt für aktive Beteiligung an der Kampagne. Dafür stellen wir zur Verfügung: Kampagnenaufkleber ins Fenster oder auf den Firmenwagen, Aktionslogo auf die eigene Webseite oder auf die Lieblings-Social-Media-Plattform. Alle Informationen und Werbemittel gibt es hier.

Das Wichtigste: Mit nur einem Klick auf unserer Webseite können Sie in wenigen Sekunden so viel Gutes für die Region tun. Unterschreiben Sie hier unsere Petition für eine zweite Rheinbrücke und bauen Sie so symbolisch unsere neue Brücke mit.